Versuchsaufbau: Wärmeverlust über Speicherboden.

Als Besitzer eines Hauses mit “kaltem Speicher”, also eines nicht ausgebautem und nicht isolierten Dachspeichers macht man sich so einige Gedanken, ob nicht doch zu viel Wärme über den Speicherboden verloren geht.

Nachdem das Haus (Baujahr 1959) einen Vollwärmeschutz an den Außenmauern erhalten hat, ergab sich das Problem der verstärkten Kondensation im Dachspeicher – speziell im Bereich der Metall-Dachfenstern.  Dort kondenstierten an kalten Wintertagen mehrere Liter Wasser pro Woche.

Durch Öffnen der in den 1960er-Jahren verstopften Lüftungsschlitze der Dachfenster und durch zwei neue Maueröffnungen (10 cm Durchmesser – Im Westen in Bodenhöhe – im Osten unter dem First) konnte die Kondensation weitgehend verhindert werden – allerdings zum Preis niedrigerer Temperaturen im Speicherbereich während der Heizperiode.

Eine nahe liegende Lösung ist die Verlegung einer schwimmenden Isolation auf dem Speicherboden. Allerdings sind hier zwei Dinge zu hinterfragen:

  • ist die Speicherdecke und damit dann auch die Isolation evtl. hinterlüftet und die Isolation damit unwirksam?
  • kann die Feuchte ohne Schaden durch die Isolation diffundieren bzw. kann sie ggf. schon auf der Entstehungsseite reduziert werden.
Bevor der zweite Punkt untersucht wird, möchte ich den ersten Punkt zuerst überprüfen und festellen, ob eine Isolation überhaut Sinn macht.
=> Annahme: Der Speicherboden ist nicht hinterlüftet!
=> Hypothese:
  • Wenn auf dem Speicherboden einen Isolationsschicht aufgebracht wird, dann liegt während der Heizperiode die Temperatur zwischen Speicherboden und dieser Isolationsschicht höher als die Temperatur auf dem umgebenden  Speicherboden.
  • Je niedriger die Temperatur auf dem Speicher, desto höher ist die Differenz zur Temperatur zwischen Speicherboden und dieser Isolationsschicht.

Versuchsaufbau:

  • Linux-PC mit OWFS-Filesystem zur Erfassung der Messwerte (Messung alle 10 Minuten)
  • Gnuplot zur Visualisierung der Messwerte
  • 1Wire-Temperatursensoren vom Fuchs Shop:
    • 1 x Messung der Aussentemperatur im Mauerdurchbruch West
    • 1x Messung der Lufttemperatur am Speicherboden (der Sensor liegt offen am Boden)
    • 1x Messung der Lufttemperatur am Speicherboden (ca. 1 m entfernt).  Der Sensor ist durch eine 10 cm dicke Matratze (hatte nichts anderes zur Hand)  isoliert.

Anmerkung: Wegen u.U. wechselnder Windrichtungen kann es sein, dass die Messung der Aussentemperatur nicht immer korrekt ist, d.h. der Sensor misst u.U. nicht  die Temperatur der von aussen zuströmenden Luft sonder zeitweise die Temperatur der von innen nach aussen strömende (wärmeren) Innenluft.

Nach einer ersten Begutachtung lässt sich feststellen, dass die Temperatur des abgedeckten Sensors (bei 0 Grad Lufttemperatur im Speicherbereich und ca. 20 Grad Celsius im darunter liegenden Raum) ca. 10 Grad Celsius anzeigt – also ein Delta von 10 Grad Celsius. Damit lässt sich mit Bestimmtheit sagen, dass hier massiv Wärme verloren geht.

Fortsetzung und Darstellung der Messwerte folgt, sobald genügend Messwerte vorhanden sind.

 

2 comments to Versuchsaufbau: Wärmeverlust über Speicherboden.

  • Tom

    Ob die Feuchte in der Dämmung kondensiert, kann man berechnen. Die Anbieter der Wärmedämmung haben für die Taupunktberechnung Software.
    Wenn ja, baut man an der warmen Seite eine Dampfsperre ein.

    • admin

      ja sicher – eine Dampfsperre ist immer gut. Aber nachträglich aufwändig zu realisieren und zweitens teuer.
      Bei mir war übrigens das größe Problem nicht die Kondesation im Bereich der kaum vorhandenen Dämmung, sondern die Kondesation im kalten Dachstuhl. Und die dabe ich mit der Durchlüftung beseitigt.

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